PRÄQUALIFIKATIONS-PORTAL

PLATTFORM FÜR RESERVENANBIETER

Im Zuge des Regelwerks „System Operator Guideline“ (SOGL) wurde das PQ-Portal durch die Übertragungsnetzbetreiber an die neuen Präqualifikationsbedingungen angepasst. Die Präqualifizierung von Technischen Einheiten erfolgt nunmehr ausschließlich im Rahmen so genannter Reserveeinheiten oder Reservegruppen:

Reserveeinheit (kurz: RE) stellt die neue Form einer Gruppierung von Technischen Einheiten dar, bestehend aus einer oder mehr Technischen Einheiten an einem Netzanschlusspunkt.

Reservegruppe (kurz: RG) stellt die zweite Form einer Gruppierung dar, bestehend aus einer Kombination von einzelnen Technischen oder Reserveeinheiten an zusammen mehr als einem Netzanschlusspunkt.

Zur Herstellung der SOGL-Konformität wurden des Weiteren bestehende präqualifizierte Technische Einheiten und solche im Antragsprozess, auch aus technischen Gründen, im PQ-Portal neu strukturiert. Das heißt, eine Technische Einheit ist automatisch einer neu erstellen Reserveeinheit zugeordnet, über welche ihre Präqualifizierung nun abläuft. In besonderen Fällen wurden auf gleicher Weise Reservegruppen eingerichtet. Die Anzahl der Einheiten im Portal hat sich damit nahezu verdoppelt.

Des Weiteren gelten mit Herstellung der Konformität folgende Begrifflichkeiten im PQ-Portal für die Angabe und Darstellung der bereits umgesetzten Regelreservearten:  

  • Frequency Containment Reserves ( FCR)(bisher Primärregelleistung/PRL)
  • automatic Frequency Restoration Reserves (aFRR)  (bisher Sekundärregelleistung/SRL)
  • manual Frequency Restoration Reserves (mFRR)     (bisher Minutenreserve/MRL)

Es sind nunmehr sowohl die PQ-Leistung als auch die vermarktbare Leistung gruppierter Einheiten für die Präqualifikation relevant. Zwischen demselben Anbieter und demselben ÜNB kann für alle Regelreservearten nun mehr als ein Vertrag erstellt werden. Damit die Leistungen vertragswirksam werden, müssen die im Portal abgebildeten Reserveeinheiten und Reservegruppen explizit den Regelreserveverträgen zugeordnet sein. Das PQ-Portal wurde um diese Funktionen erweitert.

Zur Herstellung korrekter Vertragszustände wurden somit alle neu erzeugten Reserveeinheiten und Reservegruppen eines Anbieters den bis dahin einzigen Regelreserveverträgen – je nach Art und Verfügbarkeit – bereits automatisch zugeordnet.

Die Übersicht- und Detailseiten von Verträgen und Technischen Einheiten im Portal sowie das Maschinendatenblatt wurden an die neuen Bezeichnungen und Strukturen angepasst. Für Technische Einheiten sind u. a. weitere Informationen wie die MaStR-ID und Lieferantendaten anzugeben. Bitte nutzen Sie daher nur noch die neue Version des Maschinendatenblatts, welches Sie über das Portal exportieren können!

Die Angaben zur Seriennummer und Datenpunktbezeichnungen sind hingegen entfallen.

Weitere Informationen zum Prozessablauf, den Voraussetzungen für die Gruppierung von Einheiten und deren Präqualifikation können dem im Bereich FAQ des PQ-Portals abgelegten Handbuch zum PQ-Portal in der Version 3.0 entnommen werden.

Ausblick:

Im Laufe der nächsten Monate wird das Portal stetig ausgebaut werden. Dabei wird es um Funktionen erweitert, die neue Aspekte der SOGL berücksichtigen und den Komfort bei der Bedienung weiter erhöhen. Ein Teil dieser Funktionen ist bereits im Handbuch beschrieben.

Präqualifikation für die Vorhaltung und Erbringung von Regelreserve

   

Potentielle Anbieter für die verschiedenen Arten von Regelreserve können sich an einem Präqualifikationsverfahren beteiligen, bei dem sie den Nachweis erbringen, dass sie die zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit erforderlichen Anforderungen für die Erbringung einer oder mehrerer Arten von Regelreserve erfüllen.

Für alle Regelreservearten (FCR, aFRR, mFRR) erfolgt die Präqualifikation ausschließlich bei demjenigen ÜNB, in dessen LFR-Zone die betreffenden Technischen Einheiten (Stromerzeugungsanlagen und/oder Verbrauchseinheiten) unabhängig von der Spannungsebene netztechnisch angeschlossen sind (Anschluss-ÜNB). Mit der Überarbeitung der Präqualifikationsbedingungen ("PQ-Bedingungen") vom Oktober 2018 erfolgt eine Präqualifikation auf Basis der Präqualifikation von Reserveeinheiten und Reservegruppen.

Sobald die präqualifizierte vermarktbare Leistung die jeweilige Mindestangebotsgröße überschreitet, schließt der Anschluss-ÜNB mit dem Reservenanbieter je Regelreserveart einen Rahmenvertrag, der wiederum Voraussetzung für die Teilnahme an den Ausschreibungsverfahren für Regelreserve ist.

Eine Präqualifikation ist jederzeit möglich. Die Durchführung eines entsprechenden Präqualifikationsverfahrens erfordert nach dem vollständigen Vorliegen aller erforderlichen Unterlagen, Protokolle und Nachweise in der Regel einen Zeitraum von wenigstens zwei Monaten. Je nach Komplexität kann auch ein längerer Zeitraum erforderlich sein.

Bis zum Oktober 2018 waren die PQ-Bedingungen in dem von den deutschen ÜNB herausgegebenen TransmissionCode 2007 "Netz- und Systemregeln der deutschen Übertragungsnetzbetreiber" enthalten. Das Kapitel 5 "Systemdienstleistung" enthielt die allgemeinen Anforderungen, der Anhang D die detaillierten Anforderungen je Regelenergieart. Diese PQ-Bedingungen werden - zeitlich gestaffelt - durch die im Oktober 2018 veröffentlichten überarbeiteten PQ-Bedingungen ersetzt; voraussichtlich ab dem 18. Dezember 2019 finden ausschließlich die überarbeiteten PQ-Bedingungen Anwendung.

Präqualifikationsunterlagen können an den betreffenden ÜNB durch Nutzung dieses Portals übermittelt werden. Einen Zugang zum PQ-Portal können Sie bei Ihrem Anschluss-ÜNB beantragen.

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Die ÜNB behalten sich eine Anpassung oder Aktualisierung dieser Informationen vor.

 

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